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Welche Versicherungen sind sinnvoll?

Eine Versicherung hat vornehmlich einen Zweck. Sie schützt vor hohen, meist untragbaren Kosten eines bestimmten tragischen Ereignisses. Dabei ist das Prinzip immer dasselbe. Möglichst viele Menschen zahlen in einen Topf ein und schaffen einen Sicherheitsfonds. Denn erfahrungsgemäß trifft der Versicherungsfall nur Wenige aus dieser Schicksalsgemeinschaft. Wer selbst keinen Schaden geltend macht, hat zwar genau genommen umsonst gezahlt. Aber die gezahlten Beiträge sind nicht verloren, denn sie helfen anderen, die tatsächlich das Unglück trifft. Welche Versicherungen sind wirklich sinnvoll?
Im Prinzip kann man fast jedes unvorhersehbare Ereignis absichern. Dabei gilt: je individueller das Risiko, desto höher die Prämie. Auf den Punkt gebracht kann man sagen, dass sich für die meisten Menschen nur bestimmte Versicherungen lohnen. Und damit ergibt sich die Frage, für welche Personen welche Versicherungen sinnvoll sind.

Die klassische Hausratversicherung

Die Hausratversicherung sichert die „bewegliche Habe“ ab. Damit sind alle Gegenstände gemeint, die zum eigenen Haushalt gehören. Also beispielsweise Möbel, Elektrogeräte, Wäsche, Kleidung, Lebensmittelvorräte, aber auch Schmuck und Bargeld. Entscheidend ist, dass sie sich in der eigenen Wohnung (gemeint sind alle Wohnräume und meist auch Keller, Dachböden, Garage oder Wintergarten) befinden.

Damit ist jedoch nicht der „erweiterte Hausrat“ gemeint. Denn das sind beispielsweise Pflanzen im anliegenden Garten, das Boot auf dem hauseigenen Stellplatz, das Fahrrad im Schuppen oder Gartengeräte. Der erweiterte Hausrat ist nicht automatisch in jeder Hausratsversicherung eingeschlossen.

Versichert sind vor allem Schäden aus so genannten elementaren Ereignissen. Dazu zählen Feuer, Sturm, plötzlich austretendes Leitungswasser, ein Blitzschlag sowie auch Einbrüche und Diebstähle. Beim Abschluss einer solchen Versicherung ist darauf zu achten, dass die Versicherungssumme mit dem tatsächlichen Wert der Haushaltsgegenstände übereinstimmt.
Denn in manchen Klauseln der Versicherungsverträge wird ein so genannter Unterversicherungsverzicht vereinbart. Die Gesellschaft prüft dann bei einem Schaden nicht, ob der Klient unterversichert war. Wenn die Versicherungssumme also nicht dem wahren Wert aller Haushaltsgegenstände entsprach. Der jeweilige Schaden wird also in vollem Umfang ersetzt.

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Auch bei Einbruch schützt die Hausratversicherung. Foto: pixabay.com

So schützt die Elementarversicherung

Elementarversicherungen sind vor allem als Ergänzung zur Wohngebäude und Hausratversicherung sinnvoll. Denn sie schützt – wie der Name schon sagt – vor weitergehenden Auswirkungen des Wirkens der „Elemente“. Das sind beispielsweise Stürme, Hochwasser nach Starkregen, Lawinen, Erdbeben und andere Naturgewalten. Kurz gesagt ist sie also eine Versicherung, welche finanzielle Schäden bei Unwetterkatastrophen abdeckt.
Sie nehmen durch den Klimawandel zwar allgemein zu, dennoch wohnt nicht jeder in einem Risikogebiet. Ein Blick in das Register für Elementarschäden, kurz ZÜRS ►, oder die Informationen des Versicherungsverbandes GDV ►, liefern nützliche Anhaltspunkte, damit jeder die Risiken des eigenen Wohngebietes einschätzen kann.

Ist eine Glasbruchversicherung sinnvoll?

Die Glasbruchversicherung ist sehr speziell und auch umstritten, weil die meisten Schäden an Gläsern im oder am Gebäude durch die Immobilienversicherung, die Wohngebäudeversicherung, oder die Hausratversicherung abgedeckt sind. Wer besonders wervolle Objekte aus Glas besitzt,  oder über Sammlungen verfügt, sollte sich beraten lassen wie sinnvoll eine Glasversicherung sein kann.

Haftpflichtversicherung für Photovoltaikanlagen

Bei einer privaten Haftpflichtversicherung ist es oft möglich, durch einen vergleichsweise günstigen Aufpreis die Solaranlage mit abzusichern. Wird das als unzureichend eingeschätzt, empfiehlt sich eine Haftpflichtversicherung für Photovoltaikanlagen.
Sie sichert alle Schäden ab, die durch eine Photovoltaik-Anlage selbst ausgelöst werden können. Das sind Personen- und Sachschäden, beispielsweise bei einem Brand der Anlage oder so genannte Allmählichkeitsschäden am tragenden Bauwerk oder Nachteile, die den Netzbetreiber treffen.
Obwohl diese Versicherung meist nur 40 bis 50 € pro Jahr kostet, ist es ratsam, sich gründlich beraten zu lassen. Damit lässt sich verhindern, dass bestimmte Schadensfälle doppelt versichert sind.

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Versicherungen für Photovoltaikanlagen kosten ab 40 ,-Euro im Monat. Foto: pixabay.com

Wie sinnvoll ist die Mietausfallversicherung?

Eine Mietausfallversicherung kommt für Vermieter infrage, die sich vor finanziellen Verlusten schützen wollen, die ein Mieter verursacht. Etwa weil er meint, den Mietzins mindern zu müssen, weil er durch einen Schicksalsschlag zahlungsunfähig geworden ist oder die Nebenkosten nicht begleichen kann. Besonders gefürchtet sind die diversen Sachschäden an Haus oder Wohnung , die von den berüchtigten „Mietnomaden“ angerichtet werden. Die Mietausfallversicherung ist also vor allem dann angeraten, wenn ein Vermieter auf seine Mieteinnahmen angewiesen ist.

Wann ist eine Gartenversicherung möglich?

Eine Gartenversicherung wird auch Kleingarten- oder Schrebergartenversicherung genannt und gilt für Anlagen gemäß Bundeskleingartengesetz ►.  
Sie
schützt vor Schäden an Lauben und Anpflanzungen. Meist darf das Grundstück nicht größer als 400 m² sein, muss innerhalb einer Gartenkolonie liegen und die Laube soll eine Fläche von 24 nicht überschreiten. Befindet sich der Garten also direkt am Wohnhaus, gehört er zur Wohnimmobilie. Dann ist keine Gartenversicherung notwendig, weil Hausrat- und Wohngebäudeversicherung greifen.

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Ist eine Garagenversicherung sinnvoll?

Garagen sind meist in die Wohngebäudeversicherung einbezogen, sofern dieser Einschluss nicht extra beantragt werden muss. Die in der Garage gelagerten Gegenstände aus Haus und Garten wiederum sind in der Hausratsversicherung mitversichert. Entscheidend ist der Versicherungsort.

Dazu heißt es beispielsweise in Erläuterungen zu den Versicherungsbedingungen: „Sie wohnen in einem Ortsteil von Stadt A, die Garage liegt in einem 15 km entfernten anderen Ortsteil von Stadt A. Die Garage befindet sich am Wohnort und ist mitversichert.“ Garagen außerhalb der Stadt des versicherten Wohnortes sind nicht eingeschlossen, für sie ist es tatsächlich sinnvoll, eine so genannte Garagenversicherung abzuschließen.

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Entscheidend bei der Garagenversicherung ist der Standort. Foto: pixabay.com

So heißen übrigens auch Versicherungen für stillgelegte Fahrzeuge. Wird es länger als 18 Monate nicht angemeldet, erlischt zumeist die Ruheversicherung, die bei der Kfz-Versicherung meist beitragsfrei eingeschlossen ist. Allerdings darf das Fahrzeug nicht auf öffentlichen Plätzen abgestellt sein, muss sich also auf einem privaten Grundstück oder in einer Garage befinden. Dann wird es sinnvoll, eine  Garagenversicherung abzuschließen. Sie deckt beispielsweise Schäden durch Brand, Diebstahl oder Explosion ab.

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Für wen lohnt die Öltankversicherung?

Die Öltankversicherung ist dann sinnvoll, wenn die private Haftpflichtversicherung oder die Immobilienversicherung das Risiko von Umweltschäden durch austretendes Öl nicht, oder nicht genügend absichert.

Da die Kosten für die Reinigung von Gewässern oder Böden enorm sind, empfiehlt sich ein solcher Schutz. Eine Öltankversicherung ist vor allem dann sinnvoll, wenn man in einem Trinkwasserschutzgebiet, in der Nähe eines Gewässers oder in einem von Hochwasser bedrohtem Gebiet lebt.
Denn Betreiber von Ölheizungen haften nicht nur bei Vorsatz oder Fahrlässigkeit, sondern auch, wenn sie keine persönliche Schuld trifft.

Die Immobilienversicherung

Während die Hausratversicherung, ganz einfach gesagt, die „Innereien“ einer Wohnung absichert, deckt die Immobilienversicherung nur Schäden an der „Hülle“ ab. Auslöser können ein Feuer, Blitze, Gasexplosionen, gebrochene Wasserleitungen, Fröste oder Stürme sein.

Nicht eingeschlossen sind oft die so genannten Elementarereignisse wie beispielsweise Erdbeben, Erdfälle oder Überschwemmungen. Ihre Auswirkungen müssen also in den meisten Fällen zusätzlich vereinbart werden.

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Immobilienversicherungen decken keine Schäden in Innenräumen ab. Foto: pixabay.com

Für wen ist die Rechtschutzversicherung sinnvoll?

Rechtschutzversicherungen schützen nicht nur Gewerbetreibende oder Privatpersonen, sondern auch Immobilienbesitzer vor unkalkulierbaren Kosten bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um nachbarschaftliche Streitigkeiten, oder auch um Kontroversen bei Eigentümergemeinschaften in einem Mehrfamilienhaus.

Spezielle Rechtsschutzversicherungen gibt es darüber hinaus für Mieter und Vermieter. Denn wie im Straßenverkehr gibt es auch im Mietrecht oft divergierende Rechtsauffassungen, die im Zweifelsfall gerichtlich geklärt werden müssen. Das betrifft insbesondere Zoff bei Mieterhöhungen, unklaren Nebenkostenabrechnungen, oder auch Probleme bei der Mietkaution.

Die wichtigsten Versicherungen für Bauherren

► Bauherrenhaftpflichtversicherung

Unabhängig davon ob ein Bauherr selbst Hand anlegt, Einzelfirmen oder ein Hausbauunternehmen beschäftigt, haftet er für sämtliche Schäden die auf der Baustelle entstehen. Dies können beispielsweise Kinder sein, die sich beim spielen verletzen und oder in die Baugrube fallen, weil die Baustelle unzureichend gesichert wurde.

Die können beispielsweise auch schlecht gelagerte Materialien ,die den Zaun des Nachbarn beschädigen. Oder auch ein umstürzendes Baugerüst, das auf angrenzende Grundstücke stürzt oder nicht fachgerecht ausgeführte Baumfällarbeiten, durch die Passanten verletzt werden. Solche und ähnliche Unfälle wären durch die Bauherrenhaftpflichtversicherung abgedeckt. Was die Kosten angeht lohnt sich jedenfalls der Vergleich, diese können zwischen den Anbietern stark variieren.

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► Feuerrohbauversicherung

Die Feuerrohbauversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen für Bauherren. Sie schützt vor Totalverlust durch Feuer im Falle von Brandstiftung, oder durch Blitzeinschlag bei Gewitter. Gerade Rohbauten ist diese Versicherung sinnvoll, da sie meist noch keinen Blitzableiter haben, deshalb ist ein Brand durch Gewitterblitze keineswegs abwegig.
Auch Baustoffe die sich im Rohbau befinden und noch nicht fest eingebaut sind, und durch Rauch, Ruß oder Löschwasser beschädigt werden, werden bei Abschluss dieser Versicherung ersetzt. Selbst durch Brandschäden erforderliche Abrisskosten werden dem Bauherren oft erstattet. Meist sind auch Schäden an auf dem Baugrundstück befindlichen Bauteilen und Materialien inbegriffen. Oft werden die Policen so gestaltet, dass sich die Feuerrohbauversicherung nach Fertigstellung des Bauwerks automatisch in die Wohngebäudeversicherung umwandelt. Viele Versicherer bieten bei dieser Koppelung die Feuerrohbauversicherung sogar beitragsfrei an.

► Versicherung für Bauhelfer

Sie gehören wohl zu jeder privaten Baustelle: Freunde und Verwandte, die gerne mal mithelfen. Dabei ist zu beachten, dass jeder Bauherr verpflichtet ist, seine Helfer bei der zuständigen Bau-Berufsgenossenschaft (BG Bau) anzumelden und gegen Unfall zu versichern. Außerdem  muss  über erbrachte Arbeitsstunden Buch geführt werden. Dabei ist es unerheblich, ob die Hilfskräfte für ihre Arbeiten entlohnt werden, oder ob dies als Freundschaftsleistung erbracht wird.

Welche Versicherungen sind sinnvoll?
Foto: pixabay.com

Die Kosten betragen je Helfer und geleistete Arbeitsstunde etwa zwei Euro, damit sind dann Arbeitsunfälle in begrenztem Maße abgesichert. Hier handelt es sich aber nur um eine Basisversicherung, hier ist  Versicherungsumfang jedoch kaum ausreichend. Auch Hilfskräfte die auf Basis eines Minijobs beschäftigt werden, müssen bei der Zentrale für Minijobs angemeldet und deren Arbeitsstunden nachgewiesen werden. Der Vergleich unter den Anbietern kann sich auch hier lohnen!

► Baufertigstellungsversicherung

Eine der Befürchtungen welche ein Bauherr hat dürfte wohl die sein, dass das beauftragte Unternehmen während der Bauphase in Insolvenz geht. Das bedeutet nicht nur die Verzögerung des Fertigstellungstermins, sondern in aller Regel auch zusätzliche Kosten. Und Handwerker, die mit der Fertigstellung bereits halbfertiger Bauleistungen beauftragt werden, lassen sich dies meist gut bezahlen. 

Und genau diesen Mehraufwand deckt eine Baufertigstellungsversicherung ab, sie wird jedoch nicht vom Bauherren, sondern vom dem Hausbauunternehmen abgeschlossen. Vor Vertragsunterzeichnung sollte sich der Auftraggeber das vorhanden sein dieser Versicherung vom Unternehmen nachweisen lassen. Die Baufertigstellungsversicherung sollte Vertragserfüllungsbürgschaft enthalten, welche sich aus der Ausführungs- und Gewährleistungsbürgschaft zusammensetzt.

► Wie sinnvoll ist die Bauleistungsversicherung?

Die Bauleistungsversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungsarten für den Bauherren. Sie schützt z.B vor Diebstahl von bereits fest mit dem Bauwerk verbundenen Gegenständen wie beispielsweise Fenster oder Türen. Immer öfter kommt es ja vor, dass Rohbauten geradezu „geplündert“ werden. Auch unvorhersehbare Witterungseinflüsse können eine Baustelle auf den Kopf stellen. Vom Sturm zerrissene Planen und Folien, durch Starkregen überschwemmte Keller, oder frisch betonierte Flächen die durch Hagelschlag beschädigt werden. Auch Schäden welche in Abgeschlossenen Rohbauten durch Vandalismus entstehen, sind durch die Bauleistungsversicherung ebenso abgesichert. So beispielsweise auch die  Folgen bei nachgewiesenen Konstruktionsfehlern oder Schäden durch Pfusch am Bau. Stürzt beispielsweise eine tragende Wand ein, weil sie nicht fachgerecht gemauert wurde und deshalb darüber liegende Lasten nicht aufnehmen kann, greift hier abermals die Bauleistungsversicherung.

► Restschuldversicherung für Bauherren

Die Restschuldversicherung sichert den Kreditnehmer für den Fall ab, dass er während der Laufzeit die Kreditraten nicht mehr zahlen kann. Gerade wenn ein Hauskredit über 20 Jahre und mehr läuft, ist eine Restschuldversicherung durchaus sinnvoll. Denn die Risiken die zu Zahlungsausfällen führen können, sind über lange Zeiträume kaum absehbar. Arbeitslosigkeit, Berufsunfähigkeit, Scheidung oder auch der Tod eines Partners sind nur einige mögliche Schicksalsschläge. Tritt einer der Fälle ein, zahlt die Versicherung einen Teil der Raten oder eine einmalige Summe, dies kommt natürlich immer auf vereinbarten Leistungen im Detail an.

Zwei Hände eines Ertrinkenden über Wasser
Foto: pixabay.com

Auf jeden Fall sollte in der Police festgelegt sein, dass während einer Arbeitslosigkeit oder Erkrankung von der Versicherung die Kreditraten gezahlt werden. Manchmal ist die Vergabe eines Darlehens seitens der Bank auch mit der Bedingung verbunden, eine Restschuldversicherung abzuschließen.
Allerdings hat diese Art der Absicherung zwei große Haken. Einerseits ist sie sehr teuer, je nach Laufzeit und Höhe des Darlehens können die Kosten durchaus bei 500 bis über 1000 Euro pro Jahr liegen. Da diese Kosten meist in den Gesamtkredit eingerechnet werden, erhöht sich dieser entsprechend. Und die Versicherung springt nur in den Fällen ein, welche auch in der Police vermerkt sind. Alle unglücklichen Eventualitäten sollten also genau formuliert sein. Besonders bei der recht kostenintensiven Restschuldversicherung lohnt sich der Vergleich unter den Anbietern.

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